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Meine nächste Lektüre wird "Die neuen Leiden des jugen Werther" von Johann Wolfgang von Goethe sein. Ich hoffe, Sie schauen dann wieder hier vorbei!

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Martin Suter ist der meistrezensierte Autor dieses Blogs. Insgesamt sind neun Bücher des Schweizer Autors zu finden.

Neu: Onlinetests!

Die neuste Rubrik dieses Blogs sind die Onlinetests. Vorläufig gibts Tests zu Fachbegriffen und Literaturepochen. Die Rubrik wird laufend erweitert.

Rezension: Woyzeck von Georg Büchner

  • Sonntag, 27. Juli 2014

  • „Woyzeck“ von Georg Büchner ist zwar nur eine sehr kurzes, aber dennoch bedeutendes Werk der deutschen Literaturgeschichte und ein sehr anschaulicher Vertreter der Literaturepoche des Vormärz.

    Woyzeck ist ein Soldat aus ärmlichen Verhältnissen. Er führt eine Beziehung mit Marie und hat gemeinsam mit ihr ein uneheliches Kind. Damit er für seine beiden Frauen sorgen kann, nimmt er einen zusätzlichen Job an als „Versuchskaninchen“ in einem Experiment. Die Nebenwirkungen des Experiments sind stark und als Woyzeck dann auch noch mitbekommt, dass Marie ihn mit dem Tambourmajor betrügt, sieht er rot.

    Wie einleitend erwähnt, ist „Woyzeck“ ein klassischer Vertreter des Vormärz. Hier die wichtigsten Argumente, die das verdeutlichen: Zentrales Element des Vormärz ist die Vermischung zwischen Kunst und Politik. Die Kunst und damit auch die Literatur dient nicht mehr nur der Unterhaltung, sondern sie will aufzeigen, wo die Probleme liegen. Zudem wird auch die nach wie vor vorherrschende Ständegesellschaft angeprangert und da sich die Literatur des Vormärz in erster Linie an die einfache Bevölkerung – also die grosse Masse der Gesellschaft – richtet, sind oftmals Personen aus dem dritten Stand die Helden der Erzählungen. Diese drei Kernelemente sind bei „Woyzeck“ erfüllt: Woyzeck, der arme Soldat, ist der Held der Geschichte und rennt vergeblich gegen die oberen Klassen der Ständegesellschaft an, die vor allem durch die Personen des Doktors, des Hauptmanns und des Tambourmajors verkörpert werden. Dadurch wird die Ungerechtigkeit und die Unterdrückung als (stände)gesellschaftliches Problem zu einem der Hauptmotive des Werks.
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    Inhaltsangabe: Woyzeck von Georg Büchner

  • Inhalt
    Woyzeck ist ein einfacher Soldat. Gemeinsam mit seiner Marie hat er ein uneheliches Kind gezeugt. Damit er für die beiden Frauen in seinem Leben sorgen kann, nimmt er einen Zusatzjob an. Er nimmt an einem Experiment eines Arztes teil. Dieser führt mit Woyzeck eine sogenannte Erbsendiät durch, bei Woyzeck jeweils nur eine einzige Erbse essen darf.
    Diese radikale Diät hat natürlich grosse Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von Woyzeck. Bald beginnt er zu halluzinieren und fantasieren. Kurz darauf bekommt er Fieber und man will ihn ins Lazarett schicken. Doch Woyzeck hat ganz anderes vor. Er ist überzeugt, dass Marie ihn betrügt und zwar mit dem Tabourmajor. Er hat die beiden gemeinsam gesehen auf einem Tanzball. Er ist entsprechend eifersüchtig auf seinen Kontrahenten im Kampf um Marie und er kauft sich bei einem Juden ein Messer. Für eine Pistole hatte das Geld nicht gereicht.
    Mitten in der Nacht lotst er Marie in die Nähe eines Sees. Er spricht mit ihr, lenkt die Diskussion in die Richtung des Tambourmajors und dann sticht er mit dem Messer mehrmals auf sie ein, bis sie stirbt. Woyzeck lässt die Tatwaffe fallen und rennt vom Tatort weg. Er versucht sich in einer Kneipe zu verstecken, doch das Blut von Marie, das auf seiner Kleidung Spuren hinterlassen hat, lässt unangenehme Diskussionen aufkommen im Lokal. Nachdem er die Kneipe verlassen hat, geht er zurück zum Tatort, wirft das Messer in den See hinaus und reinigt sich. Die Nachricht vom Mord an Marie spricht sich rum. Beim Gericht spricht man von einem schönen, einem richtigen Mord. Woyzeck sitzt mit seinem Kind auf dem Schoss, als Karl der Narr kommt, das Kind nimmt und davon rennt.
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    Rezension: Open von Andre Agassi

  • Mittwoch, 16. Juli 2014

  • "Open", so der Titel der Biografie des amerikanischen Tennis-Superstars Andre Agassi. Ein Titel, wie er passender nicht sein könnte für dieses absolut ehrliche und authentische Werk über die Karriere einer der charismatischsten Persönlichkeiten, die der Tennissport je gesehen hat. 

    "Ich hasse Tennis." Das ist der Satz, der sich durch die gesamte Karriere von Andre Agassi zieht. "Ich hasse Tennis." Eigentlich unvorstellbar, dass einer, der insgesamt 60 Profiturniere, darunter acht Grand Slam Titel, gewonnen hat, so etwas sagt. Doch wer die Biografie des Amerikaners liest, der versteht sehr schnell, warum Agassi diesen Satz bereits im Alter von sieben Jahren zum ersten Mal ausgesprochen hat. 
    Sein Vater - ein in Armenien geborener Iraner, der es als Boxer einst an die Olympischen Spiele geschafft hat - trainiert seinen Sohn mit harter Hand. Eine Million Bälle soll Agassi pro Jahr schlagen, damit wird er gut - meist mit der Ballmaschine, die der Vater eigenhändig gebaut hat. Das Prinzip des Vaters geht auf, aber der Hauptgrund, weshalb Andre Agassi Tennis spielt, ist die Angst vor seinem Vater. Er will ihn nicht enttäuschen und deswegen spielt er Tennis, obwohl er den Sport eigentlich hasst. Eindrücklich schildert Agassi in der Folge, wie sich seine Karriere weiter entwickelt hat, wie er in der Akademie von Nick Bollettieri gelitten hat, wie er das Image des Rebellen aufgesetzt bekam, ohne dass er es wollte, und welches gespaltene Verhältnis er zur Presse hatte.
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    Inhaltsangabe: Bangalore Masala von Karin Kaiser

  • Donnerstag, 26. Juni 2014

  • Inhalt
    Die junge Inderin Anjali arbeitet als Journalistin beim Messenger und ist dort für die People-Rubrik zuständig. Eine Position, die ihr nicht wirklich gefällt, und sie arbeitet daher mit Hochdruck daran, sich komplexeren Themen annehmen zu dürfen. Sie hat viel in ihre Beziehung zum Umweltaktivisten Shakti investiert, der als Anführer der Gruppe Action Green an vorderster Front gegen ein geplantes Grossprojekt am Stadtrand von Bangalore kämpft. Von ihm erhofft sich Anjali brisante Informationen. 
    Shakti ist es denn auch, der auf Umwegen brisante Informationen zu diesem Grossprojekt in seine Hände bekommt. Darin ist feinsäuberlich niedergeschrieben, welche Personen mit welchen Summen bestochen wurden, damit die Umzonung des Baugebietes über die Bühne ging und der Technikpark tatsächlich gebaut werden kann. Das Projekt hat auch Umsiedlungen von kleineren Dörfern zu Folge, wogegen die Action Green Gruppierung eine grosse Demonstration organisieren will. Euphorisch von seinem Fund informiert Shakti Anjali und sie bestellt gleich schon mal die Frontgeschichte im Messenger. 
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    Rezension: Bangalore Masala von Karin Kaiser

  • Mittwoch, 11. Juni 2014

  • "Bangalore Masala" ist ein solider Kriminalroman, der neben der eigentlichen Handlung auch viele gesellschaftliche und kulturelle Aspekte aus Indien miteinfliessen lässt - leider an gewissen Stellen etwas zu viele. 

    Die junge Journalistin Anjali will in ihrer Zeitungsredaktion ernst genommen werden und sich auch mit wichtigen Themen und grossen Fragen auseinandersetzen dürfen. Doch beim Messenger, der Zeitung bei der sie arbeitet,  traut man ihr dies nicht zu. Aber dann stösst sie auf eine heisse Story: Ein riesiger Technikpark, der etwas ausserhalb von Bangalore gebaut und für den ein grosses Stück Wald gerodet werden soll, ist nur dank einer gross angelegten Korruptionsaktion ermöglicht worden. Doch je tiefer Anjali in diese Geschichte eintaucht - unterstützt wird sie dabei von der Umweltgruppe Action Green - desto mehr gerät sie ins Visier der Verbrecher. Diese schrecken vor nichts zurück und entführen sogar Anjalis Sohn Ishaan.

    "Indien-Aspekte" nicht optimal eingeflochten
    Angekündigt wird ein "Indien-Krimi", der "das Schicksal einer jungen Frau, die sich von den Zwängen tradierter Normen nicht davon abhalten lässt, für die eigenen Ideale einzustehen" erzählt. Genau dieser Aspekt, der Kampf zwischen dem traditionellen Indien und der heutigen, eher westlich orientierten Generation des Landes, hat mich dazu gebracht, das Werk zu lesen. Doch leider kratzt Karin Kaiser in genau diesem Bereich nur an der Oberfläche. Natürlich ist Anjali, die sich nach ihrer Trennung als alleinerziehende Mutter in der Männer dominierten Berufswelt behaupten und sich gegen ihre Familie durchsetzen muss, quasi der Prototyp dieser neuen Generation, doch allein damit ist es noch nicht getan. Da fehlen der Tiefgang und die sozialkritischen Aspekte Indiens. Diese hätte man für meinen Geschmack noch stärker herausarbeiten und optimalerweise mit dem Haupthandlungsstrang verbinden können.
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